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Brustkrebs & Pilates

Ina Gabriela Hanken
| Veröffentlicht am: 24. Januar 2021
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Veröffentlicht am: 24. Januar 2021 
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Warum Pilates einen positiven Einfluss auf Patienten mit Brustkrebs hat.

Was ist Brustkrebs?

Als Brustkrebs (Mammakarzinom) bezeichnet man einen bösartigen Tumor, der vom Drüsengewebe der Brust ausgeht.

Es gibt verschiedenen Unterformen, die auch unterschiedlich behandelt werden, z.B. hormonabhängige und hormonunabhängige Formen.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland (69.000 im Jahr), bei Männern tritt sie seltener auf (ca.800 im Jahr).

Mit dem Alter steigt die Häufigkeit an Brustkrebs zu erkranken an, aber ein früh erkannter Brustkrebs ist meist sehr gut behandelbar.

Aufbau Brust

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Es gibt verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, abhängig von der Tumoreigenschaft und der -ausbreitung, die von den Ärzten unterschiedlich kombiniert werden. Die Unterscheidung ist das Ausmaß der Therapie, d.h. wirkt sie örtlich oder im ganzen Körper.

Örtliche Behandlung: Operation und Strahlentherapie

Die wichtigste Therapie bei Brustkrebs im frühen Stadium ist die Operation. 

In vielen Fällen wird heute bei den Operationen Brusterhaltend gearbeitet. Bei der brusterhaltenden Therapie wird nur der Teil der Brust entnommen, in der der Tumor sitzt. Meistens bestrahlen Ärzte anschließend die übrige Brust, um möglicherweise dort vorhandene restliche Tumorzellen abzutöten.  

Wird das gesamte Brustdrüsengewebe entfernt, spricht man von einer Mastektomie. Nach einer Mastektomie besteht die Möglichkeit, die Brust auf verschiedenen Wegen wiederaufzubauen, zum Beispiel mit einem Silikon-Implantat oder mit Eigengewebe. 

Manchmal werden auch die Achselhöhle oder weiterführende Lymphabflusswege bestrahlt, wenn dort Metastasen gefunden wurden. Sind die Lymphknoten in der Achselhöhle stark befallen, werden sie operativ entfernt – eine Bestrahlung reicht in dieser Situation meist nicht aus. 

Im ganzen Körper wirksam: systemische Therapien

Die meisten Brustkrebspatienten erhalten meistens neben der örtlichen Behandlung noch weitere unterstützende Therapien, die überall im Körper wirken und das Risiko für einen Rückfall weiter senken sollen. Diese Therapien können  vor (neoadjuvant) oder nach (adjuvant) der Operation eingesetzt werden.

  • Chemotherapien
  • antihormonelle Therapie
  • Therapien, die den Knochen stabilisieren ,um Metastasen im Knochen vorzubeugen

Was passiert nach der Therapie?

Die Brustkrebstherapie geht meistens mit physischen und psychischen Belastungen einher, z.B. Bewegungseinschränkung, Lymphödeme im Arm der operierten Seite, Müdigkeit, Fatigue (abnorme Erschöpfbarkeit), Antriebslosigkeit, Depression, Ängste etc.

Eine Rehabilitation im Anschluss an die Therapie bietet deshalb ein breites Spektrum von Bewegung, Entspannung, Ernährung, Lymphdrainage, Vorträge etc. und ist sehr sinnvoll, denn Menschen in solchen Ausnahmesituationen neigen zu Passivität und sozialem Rückzug.

Alltag danach

Eine Brustkrebserkrankung kann für Betroffene und deren Familien sehr belastend sein. Durch die Behandlungen verändert sich das gewohnte Alltags-und Arbeitsleben der Frauen. Einige müssen mit körperlichen Veränderungen zurechtkommen, viele müssen lange Zeit Medikamente nehmen.

Je nach persönlicher Situation und den daraus entstehenden Problemen ist ein aktiver Lebensstil mit viel Bewegung wichtig, um Krankheits- und Therapiefolgen zu mindern, vorzubeugen und das Risiko eines Rückfalles zu minimieren, dies wurde in mehreren Studien gezeigt.

Brustkrebs und Bewegung

Körperliche Aktivität hat viele positive Auswirkungen für die Betroffenen:

  • macht die Chemotherapie erträglicher
  • lindert Neuropathien (Missempfindungen, Taubheit in Händen und Füßen), die als Folge der Chemo- und Strahlentherapie auftreten können
  • nach der Operation verbessert es die Muskelkraft und die Beweglichkeit
  • das Risiko für ein Lymphödem, bei Patienten denen Lypmphknoten entfernt   wurden, kann vermindert werden durch gezielte Bewegung
  • Gelenkschmerzen lassen sich lindern, denn diese treten häufig während einer antihormonellen Behandlung auf
  • wirkt Osteoporose entgegen
  • verringert Müdigkeit und Fatigue
  • hilft, das Körpergewicht zu reduzieren und zu halten
  • verbessert Stimmung und Lebensqualität und wirkt positiv gegen Depressionen
  • verbessert das Körperbild und das Selbstbewusstsein
  • wirkt unterstützend für die Psyche
Baelle

Wie viel Bewegung ist sinnvoll?

Von Fachleuten wird empfohlen, wöchentlich ca. 180 Minuten aktiv zu sein. Auch Aktivitäten im Alltag wie etwa Radfahren, Gartenarbeit oder Spazierengehen zählen zu den normalen Bewegungen und unterstützen die Gesundung.

Zusätzlich zu den Alltagsbewegungen sind  sportliche Aktivitäten wichtig, bei denen ein erhöhter Trainingsreiz als mit der Alltagsbewegung gesetzt wird. Natürlich immer unter Kontrolle eines erfahrenen, sehr gut ausgebildetem Therapeuten/ Trainer.

Die Tagesform ist entscheidend und muss individuell betrachtet werden. Den größten Effekt hat eine Kombination aus Kraft-und Ausdauertraining mit Zusatzelementen aus Flexibilität und Koordination.

Das Ausdauertraining hat positive Auswirkungen auf Organe, Hormone, Nervensystem, Psyche, Atmung und Herz-Kreislaufsystem, z.B. Nordic-Walking, Joggen, Radfahren, Schwimmen.

Bewegung Schuh

Krafttraining soll die Muskelatrophie, den Abbau der Muskelmasse vermindern oder verhindern bzw. die Muskelmasse aufbauen, um den Alltag besser bewältigen zu können. Es hilft Verletzungen vorzubeugen, dass Osteoporose Risiko wird gesenkt und auch das Bindegewebe wird dadurch gestärkt.

Durch Bewegung wird die Durchblutung im ganzen Körper gefördert, was den Krebszellen das Überleben erschwert. Außerdem sind Krebszellen auf die Abbauprodukte von Glukose angewiesen, welche aber bei sportlicher Betätigung vermehrt verbraucht werden.

„Es gibt mehr und mehr Evidenz für die wichtige Rolle, die Bewegungsmangel bei der Entstehung von Darm-, Brust- und Prostatakrebs spielt. Die Evidenz für diesen Zusammenhang kann als überzeugend bezeichnet werden.“

Ahlberg K, Ekman T, Gaston-Johansson F et al. Assessment and management of cancer-related fatigue in adults.  The Lancet. 2003;  362 640-650

„Es gibt zunehmende Evidenz dafür, dass körperliches Training das Risiko für ein Brustkrebsrezidiv bei Frauen reduzieren kann. Dänische Wissenschaftler kamen nun den zugrundeliegenden Mechanismen auf die Spur. Sie fanden heraus, dass moderates bis intensives körperliches Training zu einem akuten Anstieg von Epinephrin im Blut führt.“

Dethlefsen C et al. Cancer Res. 2017;77(18):4894-904

„Zwei Fitness-Programme für Krebspatienten haben in einer randomisierten Studie im Journal of Clinical Oncology (2015; DOI:10.1200/JCO.2014.59.1081) Brustkrebspatientinnen geholfen, ihre Chemotherapie zu ertragen. Unter dem intensiveren der beiden Trainingsprogramme waren deutlich seltener Dosisanpassungen der Chemotherapie erforderlich.“

„Im Falle einer Erkrankung kann es vorteilhaft sein, vorbereitet zu sein. Um Krebs vorzubeugen, die Therapie erfolgreich zu durchlaufen und die Rehabilitation zu stabilisieren hilft dasselbe Mittel: körperliche Bewegung“

Zitat Prof. Dr. Michael Eichbaum, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie in den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Brustkrebs und Pilates

Brustkrebs Und Pilates Ausruestung

„Der Philosophie von Pilates folgend werden durch das Training innere und äußere Gesundheit gestärkt. Mehrere Projekte haben gezeigt, dass Bewegung und Sport an sich eine Wirkung entwickeln (Dr. Freerk Baumann, Sporthochschule Köln, http://innere1.uk-koeln.de/forschung/ag-sportonkologie)“

Zitat aus: Das Pilates Lehrbuch, Geweniger, Bohlander

Die Pilates-Methode ist ein Ganzkörpertraining, in dem sowohl Kräftigung, Mobilisation, Balance, Koordination und Körperwahrnehmung trainiert werden.

Also alles, was wichtig ist für den Brustkrebspatienten.

Zitat von Anna-Maria Z., einer Kundin mit Brustkrebs von Medical-Pilates:

„...und ich habe während meiner Brustkrebserkrankung mit Pilates begonnen und war überrascht wie gut es mir getan hat. Obwohl mich die Chemo sehr geschwächt hat, habe ich dem Pilatestraining entgegen gefiebert, weil ich mich nicht als Opfer empfunden habe, sondern etwas tun konnte. Manchmal mehr Mobilisation und Atmung, manchmal Krafttraining, je nachdem was mein Körper brauchte. Nach der OP habe ich meinen Arm nicht gut bewegen können und auch da konnte ich durch das Training an den Geräten enorm profitieren. Und in der ganzen Zeit habe ich mich psychisch gut begleitet gefühlt und bin nicht in so ein tiefes Loch gefallen. Jetzt geht es mir wieder gut und ich bin sehr froh Pilates für mich entdeckt zu haben!“

Ina Beim Training

Vorteile des Pilatestrainings für Brustkrebspatienten:

  • Krafttraining
  • Mobilisation, mit dem Fokus im Bereich Wirbelsäule, Schultergürtel und Arme, besonders nach Strahlenschäden oder Operation
  • Faszientraining, um das Gewebe zu beleben, dehnen und mobilisieren
  • Atemtherapie, da alle Übungen und Bewegungen durch die Atmung begleitet und unterstützt werden, auch wichtig für die Lymphdrainage
  • Stressreduktion, da durch das konzentrierte Arbeiten und das Im-Körper-Sein beim trainieren, die Alltagsgedanken abgeschaltet werden können
  • mehr Selbstbewusstsein, sich aktiv und nicht als Opfer und Ausgeliefertsein fühlen
  • bessere Gesamtkonstitution und Stärkung des Immunsystems

Pilates ist ein Ganzkörpertraining!

Die Großgeräte und das Mattentraining mit seinen verschiedenen Kleinstgeräten im Pilatestraining helfen dem Kunden in genau seinem Level zu trainieren, speziell auf sein Bedürfnisse einzugehen, seinen Körper wieder besser kennenzulernen und sich selbst mehr zuzutrauen.

Nicht nur nach der Brustkrebs- Therapie, sondern auch während dessen hilft es enorm den Körper mit Pilates zu begleiten, denn diese Methode ist sehr geeignet sich im Training an die jeweilige Tagesform anzupassen.

Ina Auf Dem Reformer

Ich habe schon einige Brustkrebspatienten begleiten dürfen und alle haben mit ihren ganz unterschiedlichen Beschwerden davon profitiert.

Die Absprache mit dem behandelnden Arzt und die Fähigkeit, Patienten einschätzen zu können, ist hierbei natürlich entscheidend. Manche Patienten müssen motiviert werden, weil sie sich trotz noch guter körperlicher Verfassung nichts zutrauen und sich wie gelähmt fühlen. Andere wiederum sind zu motiviert und achten nicht auf die Signale ihres Körpers und müssen auch mal gebremst werden.

Jeder Patient, jede Diagnose, jeder Verlauf, jeder Körper ist anders und muss individuell und befundbezogen trainiert und therapiert werden, so dass der Patient am effektivsten vom Personaltraining profitiert.

Entscheidend ist, die Lebensqualität zu verbessern und das bedeutet für jeden Kunden etwas anderes.

Suchen Sie sich einen erfahrenen Therapeuten/ Trainer, der/ die mit seinem Wissen gut aufgestellt ist im Bereich Pilates/Physiotherapie/ Faszien/ Entspannung

Medical-Pilates
info@medical-pilates.de
089/89555555 oder 01621967260

Quellen:

  • N. Siegmund-Schultze (2009): Onkologie: „Sport ist so wichtig wie ein Krebsmedikament“. In: Deutsches Ärzteblatt, Vol. 106, Nr. 10. Online unter http://www.sueddeutsche.de/leben/diagnose-krebs-erst-in-der-krise-merkte-ich-was-in-mir-steckt-1.2425384-2
  • SchoenbergMH, Vortag: Sporttherapie für Tumorpatienten-Ausruhen war gestern. Bayerisches Krebsforum München
  •  Bundesministierium für Gesundheit
  • Deutsches Krebsforschungszentrum dkfz
  • Das Pilates Lehrbuch, Geweniger, Bohlander
  • Deutsche Krebsgesellschaft
  • Deutsche Krebshilfe
  • Klinikum der Universität München
  • Bayerische Krebsgesellschaft e.V.

2 Kommentare zu Brustkrebs & Pilates

2 comments on “Brustkrebs & Pilates”

  1. Hallo Ina, habe mit großem Interesse dein Kommentar über Brustkrebs gelesen. Da ich selber betroffen bin, war es sehr lehrreich, nur schade, das Du in München bist, ich könnte Dich hier gut gebrauchen. LG aus Oldenburg von Dudut.

  2. Liebe Ina,
    ich kann deinem sehr informativen Beitrag nur zustimmen und habe selbst das Pilates-Training als sehr hilfreich erlebt, um nach mehreren Operationen Stück für Stück wieder ein Gespür und einen Zugang zu den Muskeln aufzubauen, die durch Durchtrennung von Faszien und Nerven ersteinmal geschwächt waren. Vor allem auch das Arbeiten "in die Länge" (von Wirbelsäule und Muskeln) hat mir geholfen, wieder Elastizität die inneren und äußeren Narben zu bekommen.
    Schön & wichtig, dass (nicht nur Brustkrebs-)Patienten bei dir in kompetenten Händen sind!

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