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Der Atem - Die Verbindung von Innen und Außen

ina hanken pilatestrainerin muenchen
| Veröffentlicht am: 16. Februar 2024
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Veröffentlicht am: 16. Februar 2024 
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Seit unserer Geburt können wir atmen, das brauchen wir nicht erlernen. Solange wir atmen, leben wir oder solange wir leben, atmen wir.

Atem bedeutet Leben!

Unsere Atmung ist uns selten bewusst, sie geschieht einfach ohne das wir etwas tun müssen. Wenn wir aber vor lauter Angst die Luft anhalten oder schnell gerannt sind und um Luft schnappen, nehmen wir unseren Atem wahr.

Was passiert beim Atmen?

Wir versorgen durch die Atmung unseren Körper mit Sauerstoff, mit Lebensenergie.
Der Bluttransport und somit auch die Herztätigkeit wird durch die Muskelbewegungen beim atmen unterstützt, die Darmtätigkeit wird angeregt, der Transport der Gallenflüssigkeit wird gefördert.

Bei der Einatmung strömt Luft durch Nase oder Mund und gelangt durch Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien in die Lunge.

Dort findet der Gasaustausch statt und der Sauerstoff wird ins Blut aufgenommen.
Über den Blutkreislauf wird er zu den Zellen transportiert. Etwa 12-16 mal pro Minute atmen wir Menschen im Ruhezustand ein und aus. Schon nach wenigen Sekunden führt Sauerstoffmangel im Gehirn zu Bewusstlosigkeit und nach wenigen Minuten ist es unwiderruflich geschädigt.

Blick auf die Lunge eines Menschens

Viele physische Vorgänge im Körper werden durch unsere Atmung positiv beeinflusst, aber er hat noch eine weitreichendere Bedeutung.

Atem als Bewegung der Seele

Der Atem wird auch als Bewegung der Seele bezeichnet. Im griechischen bedeutet Pneuma sowohl Atem als auch Geist und Seele. Deshalb hat man schon sehr früh den Atem in der Körper- und Psychotherapie genutzt.

Unsere Atmung erlaubt uns eine Beziehung mit unserer Umwelt einzugehen durch das ein- und ausatmen. Er ist die wichtigste Verbindung von Innen und Außen. Wenn wir flach atmen und die Atmung eingeengt ist, reagiert der Körper darauf und dann fühlt sich auch die Seele eingeengt.

„Angst schnürt einem die Kehle zu“, „Angst verschlägt einem die Sprache“ Das Wort Angst kommt von Enge.

Gerade in Angstsituationen wäre es allerdings viel besser, wenn wir bewusst tief atmen würden und den Körper dadurch mit Lebensenergie füllen könnten.

Wenn wir ängstlich oder nervös sind, dann atmen wir flacher. Das gilt aber auch umgekehrt: Wenn wir flacher atmen werden wir künstlich ängstlich und nervös.

Der Körper bestimmt was wir zu fühlen haben.

Fehlhaltungen in Form von zu viel oder zu wenig Tonus, Haltungsschäden, Probleme der Wirbelsäule haben Einfluss auf die Atmung bzw. umgekehrt haben Atemfehlformen Einfluss auf die Körperhaltung.

Atemtherapie

In der Atemtherapie wollen wir immer den Atem kennenlernen, erfahren, wahrnehmen. Hierzu gibt es sehr viele Atemtechniken und -methoden mit vielen verschiedenen Ansätzen.

Es gibt u.a. die Atemtherapie nach Ilse Middendorf, dort heißt es „der erfahrbare Atem“. Es geht nicht um die willentliche Veränderung, sondern den Atem zu beobachten, zu erforschen, zu erfahren, denn dadurch verändert er sich schon.

Später kann man ihn auch sanft korrigieren.

Unsere Atmung ist genauso individuell wie unsere Haltung, unser Gang, unsere Sprache oder Handschrift. Jeder Mensch hat eine ihm eigene Atmung, die man finden kann. Es geht nicht um die Anpassung an ein Idealbild des Atems, sondern um die Unterstützung und Hilfe zur Selbstverwirklichung beim Klienten.

Dame sitzt auf einer Matte vor einem Baum mit weißen Blumen

Körperräume beim Atmen

Wir wollen die verschiedenen Körperräume voll ausschöpfen mit unsere Atmung und dadurch auch die damit verbundenen Kräfte nutzen.

  1. innerer Raum: Becken bis Füße
  2. mittlerer Raum: Nabel bis Mitte Brustkorb
  3. oberer Raum: Brustkorb bis Kopf

Die Atemräume werden durch Übungen (Dehnung, Druckpunkte, Vokalräume) erfahrbar gemacht und so erleben wir unsere Atemkraft.

Atem und Gefühle

Die Atmung spielt als Schlüssel zum Energiestoffwechsel des Körpers eine zentrale Rolle. Sie ist eng mit dem Muskelgeschehen und dem Gefühl des Menschen verknüpft.

Wenn das Gefühl sich ändert, ändert sich auch die Atmung und umgekehrt. Wesentlich für eine lebendige Gesundheit ist gutes Atmen.

Tief atmen heißt tief fühlen.

Je tiefer und intensiver der Atem fließt, desto mehr Energie, desto mehr Gefühl und Bewegung sind möglich.

Die tiefe Atmung belebt die Körperzellen und die in den Zellen gespeicherten Gedanken, Gefühle, Bilder oder Erinnerungen beginnen sich zu zeigen oder anzudeuten und damit kann man in der Atem-und körperzentrierten Psychotherapie arbeiten.


Quellen/Literatur

  • Ilse Middendorf,Der erfahrbare Atem in seiner Substanz, 1998
  • Werner Gross, Finde ich meinen Körper, so finde ich mich,1984
  • Wikipedia
  • Elfriede Goldfuß, Heilpraktikerschule Zeitraum
  • Karin Wittman, Heilpraktikerschule Regensburg
  • Moshe Feldenkrais, Bewusstheit durch Bewegung, 1996
  • Alexander Lowen, Bioenergetik, 2008

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